Richtlinien für Bio-Imkereien - Auszug


Imkereien, die dem Verband für biologischen Landbau Bioland e. V. beitreten, sind vertraglich zur Einhaltung einer Fülle von Richtlinien und Vorgaben, Geboten und Verboten verpflichtet. Dies wird streng kontrolliert. Nachfolgende Auflistung wurde auszugsweise den Bioland-Richtlinien und der EU-VO entnommen.

 

  • Die Beuten müssen aus Holz, Stroh oder Lehm bestehen …

  • Bei der Beutenherstellung sind möglichst schadstofffreie Leime und Anstrichstoffe (z. B. Naturfarben auf Leinöl- oder Holzölbasis) zu verwenden. Eine Innenbehandlung der Beuten ist außer mit Bienenwachs, Propolis und Pflanzenölen nicht erlaubt.

  • Die Reinigung und Desinfektion der Beute ist mit Hitze (Flamme, Heißwasser) oder mechanisch vorzunehmen. Die Verwendung chemischer Mittel ist nicht zugelassen.

  • Den Bienenvölkern ist während der Brutsaison auf mehreren Waben die Möglichkeit zu geben, Naturwabenbau zu betreiben. Mittelwände und Anfangsstreifen dürfen nur aus Bienenwachs hergestellt werden, welches im BIOLAND-Betrieb aus Naturwaben oder aus Entdeckelungswachs gewonnen wurde. Kunststoffmittelwände sind verboten.

  • Im Bienenwachs dürfen keine Rückstände von Chemotherapeutika nachweisbar sein, die auf eine unzulässige Varroa- oder Wachsmottenbekämpfung schließen lassen.

  • Wachs darf nicht mit Lösungs- oder Bleichmitteln oder anderen Zusätzen in Berührung kommen.

  • Für die Wachsverarbeitung sind nur Geräte und Behälter aus nicht oxidierendem Material zu verwenden.

  • Zur Wa­benhygiene sind nur thermische Verfahren und Bacillus-thuringiensis-Präparate zugelassen.

  • Zum Beruhigen und Vertreiben sind keine chemisch-synthetischen Mittel erlaubt. Der Gebrauch von Rauch soll auf ein Minimum beschränkt werden. Rauchmaterialien müssen aus natürlichen Materialien bestehen.

  • Zum Entfernen von Verunreinigungen wie Wachsteilchen darf der Honig mit einem Sieb (Maschenweite nicht unter 0,2 mm) filtriert werden. Druckfiltration ist nicht gestattet.

  • Geräte und Gefäße, die der Honigverarbeitung dienen, müssen aus lebensmittelechten Materialien bestehen. Für Metallgefäße ist Edelstahl vorgeschrieben.

  • Die Bienenfütterung ist zulässig, solange sie für die gesunde Entwicklung der Bienenvölker notwendig ist. Die Fütterung der Bienen sollte im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten mit Honig von der eigenen Imkerei erfolgen.

  • Die Verfütterung von Zucker ist auf die Überwinterung und die Jungvolkbildung zu beschränken. Eine Verfälschung des Honigs durch überschüssiges Winterfutter ist durch Herausnahme vor Trachtbeginn zu vermeiden.

  • Die Trachtlückenfütterung ist nur mit BIOLAND-Honig zulässig. Die Fütterung von Pollenersatzstoffen ist nicht gestat­tet. Für die Fütterung dürfen nur BIOLAND-Futtermittel eingesetzt werden.

  • Der Einsatz von chemotherapeutischen Medikamenten ist verboten. Lediglich zur Bekämpfung der Varroa-Milbe ist neben biotechnischen und biophysikalischen Methoden der Einsatz von Milch-, Ameisen- und Oxalsäure zugelassen.

  • Für diejenigen Bienenvölker, die mit ihrem Wabenbau zur Honiggewinnung verwendet werden sollen, ist der Einsatz dieser Mittel nur in dem Zeitraum zwischen de­ren letzter Honigernte des Jahres und dem 15. Januar des folgenden Jahres zulässig.

  • Sämtliche Behandlungsmaßnahmen sind in einem Behandlungsbuch aufzuzeichnen.

  • Das Beschneiden von Bienenflügeln sowie andere Verstümmelungen sind verboten.

  • Drohnenbrut darf nur zum Zwecke der Varroabekämpfung entfernt werden.

  • Der Zukauf von Bienenvölkern, Ablegern, Schwärmen oder Königinnen ist nur aus Betrieben des BIOLAND-Verbandes gestattet.

  • Alle Bienenvölker sind unverwechselbar zu kennzeichnen und in einem Völkerbestandsbuch aufzuführen.

  • Nur im Bienenstock ausgereifter Honig darf entnommen werden.

  • Waben, die der Honiggewinnung dienen, dürfen keine Brut enthalten.

  • Der Einsatz chemischer Repellents sowie das Abtöten der Bienen im Rahmen der Honigernte sind verboten.

  • Sämtliche Maßnahmen der Honigernte sind mit möglichst exakten Angaben der Erntemengen im Völkerbestandsbuch festzuhalten.

  • Eine Erwärmung des Honigs muss so schonend wie möglich erfolgen. Er darf nicht über 40 °C erhitzt werden.

  • Der Honig ist möglichst vor dem ersten Festwerden abzufüllen. Mehrwegverkaufsgebinde sind vorgeschrieben.

  • Zur Schonung der natürlichen Inhaltsstoffe muss der Honig trocken, kühl und dunkel gelagert werden. Über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus gelten: Wassergehalt max. 18 %, HMF-Gehalt in mg/kg max. 10, Invertase-Einheiten mind. 64 U/kg Honig.

  • Im Honig dürfen keine Rückstände von Chemotherapeutika nachweisbar sein, die auf eine unzulässige Behandlung schließen lassen.

  • Alle Lager- und Verkaufsgebinde sind zu kennzeichnen.